Aktuell: Qualifikationsnachweis für Immobilienmakler,  WEG-Verwalter und Mietverwalter

Der Qualifikationsnachweis ist derzeit in aller Munde. Doch wie wird er aussehen und was steckt dahinter? Der Bundestag hat am 21.06.2017 die neue Gesetzgebung beschlossen. Hier finden Sie alle Fakten, verständlich erklärt.

Für wen wird es einen Qualifikationsnachweis in der Immobilienwirtschaft geben?

Für Immobilienmakler und WEG-Verwalter und Miethausverwalter.

Sind auch Miethausverwalter betroffen, die ausschließlich ihren eigenen Wohnungsbestand verwalten?

Nein. Der Gesetzgeber spricht nur von Gewerbetreibenden, die die Verwaltungsaufgaben für Dritte ausüben.

Wie wird der Qualifikationsnachweis für Immobilienmakler und Verwalter für Wohnungseigentums aussehen?

Die Gewerbeerlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung, die die Makler bereits vorweisen müssen, wird für die WEG-Verwalter und Mietverwalter (Wohnimmobilienverwalter) erweitert. Für den Erhalt der Gewerbeerlaubnis müssen weiterhin die folgenden Unterlagen vorgelegt werden:

  • Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister
  • polizeiliches Führungszeugnis
  • Nachweis, dass kein Eintrag im Schuldnerregister vorliegt
  • Nachweis, dass kein Konkursverfahren anhängig ist

Neu: Es muss der Nachweis über eine Berufshaftpflichtversicherung vorgelegt werden.

Es wird keinen Qualifikationsnachweis in Form einer Sachkundeprüfung geben! Makler, WEG- und Mietverwalter müssen aber regelmäßig nachweisen, dass sie an Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen haben.

In welchem Umfang müssen Weiterbildungen nachgewiesen werden?

Alle drei Jahre müssen 20 Stunden für Fortbildungen aufgewendet werden. Die Auswahl des Bildungsträgers wurde im Gesetz nicht eingeschränkt.

Wer muss die Weiterbildung nachweisen?

Alle selbstständigen Unternehmer (bei Kapitalgesellschaften eine angemessene Zahl der Unternehmer) und Mitarbeiter in Unternehmen, die die Tätigkeiten ausüben.

Die Unternehmen sind gegenüber ihren Auftraggebern verpflichtet, über die geleisteten Weiterbildungsmaßnahmen zu informieren.

Gibt es Ausnahmen?

Nein.

Ab wann gilt die neue Regelung?

Ab 01.01.2018 mit einer Übergangsfrist von sechs Monaten.

Warum wird es es die Weiterbildungsverpflichtung für Makler und Verwalter geben?

Zum einen ist es eine Notwendigkeit, das Ansehen der Verwalter und Immobilienmakler und die Qualität der Arbeit zu heben, zum anderen gibt es in den EU-Nachbarländern schon lange teilweise harte Zulassungskriterien für diese Berufe.

 

Quelle: Gesetz über die Berufszulassungsregelungen

Dr. Christian Grolik im Juni 2017 vorbehaltlich Änderungen durch den Gesetzgeber.


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